Die ersten Fragen

Wann ist mein Kind ein Frühchen?

Alle Kinder, die vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, bezeichnet mal als Frühgeborene. Von sehr kleinen oder extremen Frühchen spricht man bei Kindern, die bei Geburt weniger als 1500 g wiegen. In Deutschland gelten Kinder ab der 24. Schwangerschaftswoche als „lebensfähig" und werden ab diesem Zeitpunkt intensivmedizinisch behandelt.

Was kann ich für mein Frühchen tun?

Geben Sie Ihrem Kind körperliche Nähe, berühren Sie es, sprechen Sie zu ihm. Am intensivsten geschieht dies beim Känguruhen, wenn das Kind den Eltern auf die nackte Haut gelegt wird. Diese intensive Nähe genießen meist Kinder UND Eltern sehr.
Falls Sie sich unsicher sind: das Pflegepersonal kann Sie bei Fragen unterstützen. Vergessen Sie trotz aller Fürsorge nicht sich selbst: nehmen Sie sich Pausen, um Kraft zu tanken – so können Sie besser für Ihr Kind da sein.

Wie oft kann ich mein Frühchen in der Kinderklinik besuchen?

Für die Eltern sollten keine festgelegten Besuchszeiten bestehen, d.h. Sie können Ihr Kind jederzeit auf der Station besuchen. Eltern werden heute meist früh in die Pflege und Versorgung ihrer Kinder eingebunden, werden schnell sicher im Umgang mit ihrem Frühchen und sind so auch schneller fit für zu Hause.

Wie lange muss mein Frühchen in der Kinderklinik bleiben?

Das hängt davon ab, wie sich Ihr Kind entwickelt, selbstständig atmen und trinken lernt und ob es Komplikationen gibt. Bei sehr kleinen und unreifen Frühgeborenen kann in etwa der Geburtstermin als Zeitpunkt der Klinikentlassung geschätzt werden.

Wird sich mein Frühchen normal entwickeln und gesund sein?

Moderne Medizin und liebevolle Pflege haben dazu geführt, dass die Überlebenszahlen auch von sehr kleinen Frühchen immer besser werden. Dennoch gibt es auch Kinder mit bleibenden Defiziten oder verzögerter Entwicklung. Wie sich Ihr Frühchen entwickeln wird, kann niemand mit Sicherheit voraussagen.

Brauche ich eine Hebamme?

Auch wenn Ihr Kind noch in der Kinderklinik ist, steht der Mutter die Nachsorge durch eine Hebamme zu. Diese kümmert sich um Rückbildung, kann bei der Aufarbeitung der Geburt unterstützen und wertvolle Tipps zum Stillen und zur Milchbildung geben.

Warum unser Kind?

Viele Frauen leiden nach einer frühen Geburt unter Schuldgefühlen. Auch die Zahl der Frauen, die unter einer postnatalen Depression leiden, ist bei Frühchenmamas erhöht. Holen Sie sich rechtzeitig professionelle Hilfe. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein.

Einmal Frühgeburt – immer Frühgeburt?

Prinzipiell ist das Wiederholungsrisiko nach einer Frühgeburt zwar erhöht – abhängig von den jeweiligen Ursachen – das heißt jedoch nicht, dass Ihr nächstes Kind nicht reif am Termin geboren werden kann. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche präventiven Maßnahmen in Ihrem Fall in Frage kommen, um eine erneute Frühgeburt zu verhindern.